Messung von amorphen Spurenkomponenten in einem pharmazeutischen Rohmaterial

Eine amorphe Substanz ist allgemein instabiler als eine kristalline Substanz; deswegen kann sie unter Umständen und abhängig von verschiedenen äußeren Einflüssen in die kristalline Substanz übergehen. Bei pharmazeutischen Produkten ist bekannt, dass Unterschiede im Kristallisationsgrad eines Wirkstoffes die physikalische und chemische Stabilität mitsamt der Substanzlöslichkeit noch mehr als der kristalline Polymorphismus einer Substanz beeinflussen können. Deswegen ist es notwendig, die amorphen Komponenten in einem pharmazeutischen Produkt quantitativ messen zu können.

Als eine Methode der Quantifizierung amorpher Substanzen in der kristallinen Substanz eignet sich die Röntgenbeugung mitsamt thermischer Analyse, z.B. als thermisch stimuliertes Strommessverfahren. Die quantitative Analyse einer amorphen Substanz in Spuren kann mithilfe Röntgenbeugungsmessungen und Intensitätsverhältnisanalysen zwischen der Peakintensität kristalliner Komponenten und der Peakintensität amorpher Komponenten ausgeführt werden. Alternativ können Depolarisationsspektren in Verbindung mit der Glastransformation einer amorphen Substanz mittels thermisch stimulierter Strommessverfahren erhalten werden.

Terfenadin findet Anwendung als Arzneistoff mit antiallergischer Wirksamkeit. Die Substanz zeigt amorphe Eigenschaften unter Druckbehandlung. Eine Probe Terfenadin wurde mithilfe einer Zerkleinerungsanlage innerhalb von 30 Minuten zermahlen, um so eine Referenzprobe mit annähernd 0% Kristallinität zu erhalten. Diese wurde dann mit einer unzermahlenen Probe vermengt, um so eine Probe Terfenadin mit beliebiger Kristallinität zu erhalten.

Abbildung 1 zeigt die Profile und Kalibrierkurven der Röntgenbeugungsmessung am Ultima IV Mehrzweckdiffraktometersystem von Rigaku. Abbildung 2 zeigt die Überlappungsprofile und die Kalibrierkurve des thermisch stimulierten Strommessverfahrens. Als ein Ergebnis kann festgestellt werden, dass die quantitative Analyse einer amorphen Substanz in Spuren mithilfe beider Methoden ausgeführt werden kann.

     Abbildung 1: Profile und Kalibrierkurven
         der Röntgenbeugung
      Abbildung 2: Profile und Kalibrierkurven
   des thermisch stimulierten Stromessverfahrens                        


Das Ultima IV repräsentiert das modernste Vielzweck-Röntgendiffraktometersystem (XRD) auf dem Markt. Mittels Rigakus patentierter Technologie der Cross Beam Optik (Querstrahloptik, CBO) für permanent befestigte, stets ausgerichtete und frei wählbare parallel/fokussierende Geometrien, kann das Ultima IV Röntgendiffraktometer vielfältige Messungen verrichten....und das besonders schnell. Read more...